Dutch NL English EN French FR German DE

Abtei Sankt Hildegard in Eibingen

Die Abtei Sankt Hildegard in Eibingen
Im äußersten Südwesten des Bundeslandes Hessen befindet sich ein Benediktinerinnenkloster mit außergewöhnlicher Architektur und einem bemerkenswerten Umfeld. Gelegen in Eibingen, einem nördlichen Stadtteil von Rüdesheim am Rhein, ist die Abtei Sankt Hildegard eine fantastische Begegnungsstätte zum Einblick in das klösterliche Leben. Als unabhängig agierender Teil des Bistums Limburg gehört das Kloster außerdem zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

 

Auf den Spuren der heiligen Hildegard von Bingen

Oberhalb der Gemeinde Eibingen wurde das Kloster zwischen den Jahren 1900 und 1904 im Stile der Neoromanik erbaut. Die finanziellen Mittel hierfür stammten aus dem Stiftungsvermögen des Fürsten Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, der später auch Präsident des Kommissariats der Deutschen Katholikentage und Mitglied des Dominikanerordens war. Die neue Anlage begründete die Nachfolge des von der heiligen Hildegard von Bingen, bekannt als Äbtissin und Universalgelehrte, geführten Benediktinerinnenklosters Rupertsberg. Das umfangreiche Bauwerk entstand direkt auf den zerfallenen Überresten der ehemaligen Klosterkirche Eibingen.

Die ersten Ordensfrauen kamen aus der Prager Abtei Sankt Gabriel an den Mittelrhein. Die wesentlichen Innenräume von Kirchenchor und Bibliothek wurden zur Einweihung von Mönchen der Beuroner Kunstschule einer sich stark an den alten Techniken der byzantinischen, ägyptischen und altchristlichen orientierenden Gestaltungsweise ausgemalt. Die harmonischen intensiven Farbgebungen und Illustrationen sind auch heute noch ein absoluter Blickfang. Eine eigentliche Besichtigung des Klosters ist aufgrund der Ordensregularien nicht möglich, aber dennoch gibt es im Umfeld der Abtei und der Klosterkirche viel zu entdecken.

 

Weinberge und Wanderwege

Bereits von Weitem erkennen Besucher der Region den imposanten, von bräunlichen Quarzit durchsetzten Sandsteinbau der Abtei. Die umliegenden Weinberge sichern den Benediktinerinnen seit der Gründungszeit des Klosters ein geregeltes Einkommen. Auf den sonnenverwöhnten Hängen gedeihen auf einer Fläche von rund 7,5 Hektar überwiegend ein äußerst qualitativer Riesling und ein ausgewogener Spätburgunder. Die lange Erfahrung und liebevolle Arbeit der Schwestern in den Weinbergen ist nur ein Faktor, die den besonderen Klosterwein bei Kennern so beliebt machen. Die Lese erfolgt alljährlich mit zusammen mit vielen freiwilligen Helfern und die Erträge werden über das Klosterweingut vermarktet.

Die gesamte Region ist ein herrliches Wandergebiet und bietet von den höheren Lagen herrliche Ausblicke über das Mittelrheintal. Viele Routen führen dabei direkt an der Abtei Sankt Hildegard vorbei, darunter beispielsweise der Fernwanderweg „Rheinsteig“ oder der „Rüdesheimer Hildegard-Weg“, der besonders für Tagestouristen geeignet ist. Für etwas gehobenere Ansprüche begeben sich die Wanderfreunde auf den „Rheingauer Klosterstieg“, der auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern das Kloster Eberbach mit der Klosterkirche Marienhausen verbindet und ebenfalls an der Abtei Sankt Hildegard vorbeiführt. Der heiligen Hildegard von Bingen ist außerdem ein Pilgerwanderweg gewidmet, der viele Gläubige zur Wallfahrtskirche Eibingen und schließlich zur Abtei führt. Für Sie und jene Menschen, die einen Rückzugsort der Stille suchen, dienst das Gästehaus des Benediktinerinnenklosters.

 

Klosterladen, Café und Veranstaltungszentrum

Der vier Hektar große Klostergarten ist nicht nur ein Naturparadies, sondern er ist auch ein klassisches Refugium für die Ordensschwestern, die dort im Sinne der heiligen Hildegard Kräuter, Obst oder Gemüse anpflanzen. Im Klosterladen können Besucher neben vielen kunsthandwerklichen Arbeiten oder den verschiedenen Weinen sich deshalb auch von der Qualität der verschiedenen Lebensmittelprodukte überzeugen. Ursprüngliche und gesunde Getreidesorten wie Dinkel dienen hier als Grundlage für Brot oder Teigwaren. Besondere Gewürze, ätherische Öle und viele weitere Besonderheiten zählen im Klosterladen zu den Verkaufsschlagern.

Im Klostercafé, das über einen herrlichen Innenhof verfügt, lässt es sich herrlich entspannen. Neben vielen Besuchern, Pilgern und Wanderern hat sich das Café längst auch bei den Einheimischen etabliert und bietet viele Leckereien aus der klostereigenen Bäckerei und der Klosterküche. Gemeinsam mit den Rheingau Werkstätten Rüdesheim wurde hier von der Abtei Sankt Hildegard ein Ort der Begegnung geschaffen, in dem auch Menschen mit Beeinträchtigungen aktiv mitarbeiten. Die Klostergemeinschaft veranstaltet über das Jahr etliche verschiedene Programmpunkte, darunter beispielsweise Lesungen, Diskussionsrunden, Fasten- oder Meditationstage, die sehr gut angenommen werden.

 

Informationen und Anfragen unter:

Abtei Sankt Hildegard – Klosterweg 1 – 65385 Rüdesheim
Tel.: (06722) 4990 – Webadresse: www.abtei-st-hildegard.de

Mehr Ausflugsziele am Rhein

Marksburg Braubach

Die Marksburg in Braubach

Zwischen Boppard und Koblenz liegt die rheinland-pfälzische Gemeinde Braubach im UNESCO-Welterbe des Oberen Mittelrheintals. Als einer der schönsten Ausflugstipps dieser Region gilt ein Besuch der

Weiterlesen »

Abtei Sankt Hildegard in Eibingen

Die Abtei Sankt Hildegard in EibingenIm äußersten Südwesten des Bundeslandes Hessen befindet sich ein Benediktinerinnenkloster mit außergewöhnlicher Architektur und einem bemerkenswerten Umfeld. Gelegen in Eibingen,

Weiterlesen »